Im Mai 1825 erfolgt unmittelbar vor dem Doktorexamen die protestantische Taufe als Grundlage für eine berufliche Laufbahn. Zu einer erhofften Anstellung im Staatsdienst kommt es in der Folge jedoch nicht, da Heine bereits der Ruf vorauseilt, sich als liberaler Autor gegen Königtum und Kirche zu wenden. Für Heine beginnt somit eine lebenslange Auseinandersetzung mit Zensur- und Verbotsbeschlüssen.

Ab 1826 veröffentlicht Heine im Hamburger Verlag „Hoffmann und Campe“, beispielsweise die stilistisch innovativen „Reisebilder“. Mit der vier Bände umfassenden Reihe wird er schlagartig bekannt und zum Vorbild einer jungen Generation von Schriftsteller*innen. Das 1827 veröffentlichte „Buch der Lieder“ begründet Heines bis heute anhaltenden Ruhm als Lyriker. Die Gedichtsammlung gilt als letzter literarischer Höhepunkt der Romantik. Zugleich präsentiert sich Heine als innovativer Sprachkünstler, der die Epoche mit einem Paukenschlag beendet.

Der dritte Band der „Reisebilder“ erscheint 1830 ‒ im Jahr der Pariser Julirevolution ‒ und die „Nachträge“ des vierten Bandes im Folgejahr. Als Reaktion auf die enthaltenen emanzipatorischen Appelle erfolgt im April 1831 das Verbot des Werks durch das „Preußische Ministerium des Innern und der Polizei“. Einer sich anbahnenden persönlichen Verfolgung entzieht sich Heine vorausschauender Weise und siedelt im selben Jahr nach Paris über.

25 Jahre lebt Heine nun in Paris, somit auf der „Spitze der Welt“, wie er es selbst einmal nannte. Für ihn wird die französische Metropole schnell zu einer neuen Heimat. Dennoch verliert Heine als Autor die deutschen Zustände auch im Exil nicht aus den Augen. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen in Frankreich und des politischen Stillstands in Deutschland treiben Heine „Nachtgedanken“ um. Trotz widrigster Umstände gelingt es ihm, weiterhin für ein deutsches Lesepublikum zu schreiben, was ebenfalls ein Verdienst des Verlegers Julius Campe ist. Heine wird überdies als überzeugter Kosmopolit und Humanist zum geistigen Vermittler zwischen Deutschland und Frankreich.

1843 und 1844 kehrt er für kurze Besuche in Hamburg nach Deutschland zurück. Die zweite Reise unternimmt Heine nur noch auf dem Seeweg, da er bereits steckbrieflich gesucht wird. Es sind die erschütternden Eindrücke dieser Reisen, die Heine mit „Deutschland. Ein Wintermärchen“ ein Jahrhundertwerk zu Papier bringen lassen. Die ebenfalls 1844 verfassten „Zeitgedichte“ Heines sorgen wie auch das „Wintermärchen“ für Furore. Hierbei ist vor allem das drastische Poem „Die Schlesischen Weber“ zu nennen, das sich als Flugblatt rasch verbreitet.

Als im Jahr 1848 in Paris die Februarrevolution losbricht und in der Folge einen politischen Flächenbrand in Europa entfacht, beginnt für Heine ein letzter, überaus leidvoller Lebensabschnitt, den er als „Matratzengruft“ bezeichnet. Der Dichter verbringt die letzten acht Jahre seines Daseins, fortschreitend gelähmt und erblindend, in seinem Schlafgemach. Am 17. Februar 1856 stirbt Heinrich Heine. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Montmartre.