Die Handschriftenabteilung I des Heinrich-Heine-Instituts umfasst wertvolle Originaldokumente von Heinrich Heine beziehungsweise aus seiner Zeit. Beispielsweise Manuskripte, Briefe, Lebensdokumente, Sammelstücke und Erstausgaben, die Einblicke in sein Leben und Werk ermöglichen.
Hinzu kommen Materialien von Autoren aus der Epoche des Vormärz wie Christian Dietrich Grabbe oder Ludwig Börne. Nicht zuletzt aufgrund der Sammlungshistorie der ehemaligen Landes- und Stadtbibliothek räumt das Institut ebenso musikalischen Überlieferungen eine hohe Priorität ein. Davon zeugt insbesondere die umfangreiche Sammlung zu Clara und Robert Schumann, die kontinuierlich im Schumann-Haus der Stadt Düsseldorf ausgestellt werden soll. Komplettiert werden die Archivbestände um bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende frühneuzeitliche Handschriften, Autografensammlungen und Stammbücher (Freundschaftsalben).
Forschende und Interessierte können die Archivbestände nach vorheriger Anmeldung einsehen.
Öffnungszeiten des Lesesaals: montags bis freitags 9 bis 16:30 Uhr
Die Archivbestände können können über die Datenbank der Düsseldorfer Kulturinstitute d:kult online recherchiert werden, die ständig erweitert wird.
Bestände des Heine-Instituts finden sich darüber hinaus im Zettelkatalog und in den Verzeichnissen:
Heine und Literarisches
Das Heine-Archiv bildet das Kernstück der Sammlungen des Instituts. Es ist die weltweit größte Sammlung zu Heinrich Heine und enthält etwa 60% aller heute bekannten Originalhandschriften des Dichters. Der Bestand umfasst zudem rund 900 Briefe an Heine, seine Nachlassbibliothek, Lebenszeugnisse sowie Briefe und Dokumente der Familie Heine. Hinzu kommen Materialien zu seiner Wirkungsgeschichte bis in unsere Zeit, Übersetzungs- und Musikmanuskripte mit Heine-Vertonungen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert.
Ein wichtiger Bestand der Heine-Sammlung ist die Privatbibliothek des Dichters: 323 Bücher und Zeitschriften aus dem persönlichen Besitz Heinrich Heines.
Mit den Beständen zum erweiterten Heine-Umkreis und zum Jungen Deutschland hat sich das Heine-Archiv zu einer umfassenden Sammlung zur Literatur und Kultur zwischen Romantik und Vormärz entwickelt.
Der Bestand zur Literatur wird ergänzt durch einen lokalen und regionalgeschichtlichen Schwerpunkt: Dokumente zu Düsseldorfer und rheinischen Schriftstellern, darunter eine Handschrift von Friedrich von Spees "Güldenem Tugendbuch" (1647), Briefwechsel und Werkmanuskripte von Christian Dietrich Grabbe, Karl Immermann und Wolfgang Müller von Königswinter.
Schumann und Musikalisches
Düsseldorf als Stadt der bürgerlichen Musikkultur ist der Schwerpunkt der Musikaliensammlung. Die Tätigkeit der Düsseldorfer Musikdirektoren, aber auch anderer Komponisten und Musiker, die hier gelebt und gewirkt haben, wird dokumentiert.
Die bedeutendste Sammlung ist diejenige zu Robert Schumann: Neben 35 eigenhändigen Musikmanuskripten (darunter Heine-Vertonungen, die Streichquartette op. 41 und das große Klavierkonzert a-moll op. 54), Stichvorlagen und 102 Briefen enthält sie seit dem Ankauf der amerikanischen Privatsammlung Dickinson (1984) fast alle Erst- und Frühdrucke seiner Werke.
Clara Schumann ist mit rund 700 Briefen, Felix Mendelssohn Bartholdy mit knapp 100 Werkmanuskripten und Briefen vertreten. Wichtige Bestände gibt es außerdem zu Johannes Brahms, Max Bruch, Norbert Burgmüller, Ferdinand Hiller, Joseph Joachim und Julius Rietz. Seit 1989 wird das Archiv des Städtischen Musikvereins vom Heine-Institut als Depositum verwaltet. Es umfasst rund 100 Regalmeter mit gedruckten und handschriftlichen Partituren sowie Aufführungsmaterialien von 1801 bis 1929 und bietet wichtige Einblicke in das musikalische Leben im Rheinland.
Düsseldorfer Malerschule und Kunst
Die Düsseldorfer Malerschule hat das kulturelle Leben der Stadt nachhaltig geprägt. Die Dokumente aus dem Archiv des Heine-Instituts belegen dies. Der Bestand wird in erster Linie aus Briefen gebildet, aber auch Lebensdokumente wie Ehrenurkunden, Reisepässe, Tagebücher gehören dazu. In der 1937 erworbenen Sammlung Robert Reinick sind fast alle Angehörigen der Malerschule vertreten.
Die Sammlung Julius Hübner, seit 1949 im Besitz der Stadt, enthält Korrespondenzen von 1828 bis 1878 und gibt ein umfassendes Bild vom Leben der Künstler und den Verhältnissen an der Düsseldorfer Akademie. Das Kunstarchiv enthält beispielsweise Briefbestände zu den Brüdern Achenbach, Eduard Bendemann, Peter Cornelius, Carl Friedrich Lessing, Wilhelm von Schadow, Adolf Schrödter.
Auch außerhalb dieses Sammelschwerpunktes gibt es - beispielsweise mit Kollektionen zu den Porträtmalern Ernst Benedikt Kietz oder Moritz Daniel Oppenheim - bedeutende Bestände.
Wissenschaft und Geschichte
Die Archivalien zur Stadt- und zur Wissenschaftsgeschichte spiegeln die Bedeutung Düsseldorfs als Residenz- und Universitätsstadt wider.
Zu den wichtigsten Beständen gehören hier die Sammlung über den Gelehrten Friedrich Heinrich Jacobi und seine Familie, der Nachlass des Physikers und Geodäten Johann Friedrich Benzenberg, eines Lichtenberg-Schülers, die berühmte Huldigungsschrift für den Kurfürsten Jan Wellem von Rapparini (1709) sowie die Sammlung "Neuere Handschriften", die Abschriften und Exzerpte wissenschaftlicher Texte, Lehrbuch- und Vorlesungsmanuskripte, handschriftliche Kochbücher und Rollenbücher vom 17. bis 19. Jahrhundert enthält.
Lust auf mehr?
Erleben Sie im Heinrich-Heine-Institut die faszinierende Welt des Dichters – von seinen Werken bis zu seiner bewegten Lebensgeschichte.